Kantatenkonzert am 28.10.

J. S. Bach: Actus Tragicus und Jesu, meine Freude
Am Sonntag, den 28. Oktober, 19 Uhr führt das Bachensemble Reutlingen in der Marienkirche zwei der bedeutendsten geistlichen Chorwerke des deutschen Barock auf.
Die Motette "Jesu, meine Freude" ist höchstwahrscheinlich in der Leipziger Zeit des Thomaskantors entstanden. Der bis zu 5stimmige Chorsatz charakterisiert die Strophen des Kirchenliedes von Johann Franck mit deutlicher Figuration. Ergänzt werden die Choralstrophen mit Texten aus dem 8. Kapitel des Römerbriefes. Anders als die anderen größeren Motetten ist diese nicht mehrchörig, lebt also nicht vom Dialog der Chorgruppen, sondern von der abwechslungsreichen Figurierung der Stimmen.
Die Kantate BWV 106 "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit", auch bekannt als Actus Tragicus, zählt zu den frühesten bedeutenden Werken von J. S. Bach. Vermutlich im Alter von 22 Jahren komponierte er in Mühlhausen diese Trauerkantate. Inhaltlich besteht das Werk aus zwei Teilen, im ersten wird das Thema Sterben aus Sicht des Alten Testaments beleuchtet, im zweiten Teil folgt dann die Perspektive des Neuen Testaments. Musikalisch ist dieses Werk noch stark im Frühbarock verwurzelt: Vorbild sind weniger die italienischen Concerti wie bei den späteren Kantaten, sondern die Kantaten seines "Ziehvaters"  Dietrich Buxtehude.
Das Bachensemble wird begleitet von historischen Instrumenten in der wunderbaren, heute selten zu hörenden Besetzung mit Gamben und Blockflöten. Die Leitung hat Torsten Wille.
Kartenverkauf: Konzertbüro, Marktplatz 14 (302-292), GEA-ServiceCenter am Burgplatz Reutlingen (302-210), Abendkasse ab 18 Uhr

Luther meets Jazz am 31.10.

Nicht nur in der Vergangenheit haben die Komponisten sich von den Liedern Martin Luthers inspirieren lassen. Mittlerweile gibt es auch eine Reihe Kompositionen für Orgel, die Jazz-Formen und -Stile für Luthervertonungen nutzen. Hören Sie in dieser Stunde der Kirchenmusik am Reformationstag, 31. Oktober, 19 Uhr, was alles in den alten Liedern steckt, eine musikalische Begegnung von alt und neu! Torsten Wille spielt an der großen Rieger-Orgel der Marienkirche Werke von Meistern des Barock bis zur Moderne sowie eigene Improvisationen. Liturgie und Texte: Pfarrerin Sabine Großhennig
(Eintritt frei, Spenden erbeten)

Stummfilm und Orgel

Am Samstag, 10.11., 19 Uhr, ist in der Marienkirche der Stummfilm „Ben Hur“ (USA, 1925, Regie: Fred Niblo, Hauptdarsteller Ramon Novarro) zu sehen. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Lewis Wallace erzählt vom (fiktiven) jüdischen Prinzen Judah Ben Hur- Zeitgenosse Jesu und römischer Offizier- und der wechselvollen Geschichte seiner Familie zwischen antijüdischen Vorurteilen, ungerechter Verfolgung, aber auch der Erfahrung wahrer Freundschaft und Nächstenliebe über alle Grenzen hinweg. Besonders bekannt ist die dramatische Szene des Wagenrennens, bei dem Judah gegen seinen Widersacher Messala antritt. In der alten Stummfilmfassung entfaltet das Werk zusammen mit den Orgelimprovisationen von Torsten Wille seinen ganz besonderen Reiz!
(Eintritt frei, Spenden erbeten)

Oratorienkonzert. F. Mendelssohn Bartholdy: Elias

Felix Mendelssohn Bartholdy wandte sich im Laufe seines Lebens immer größeren geistlichen Formen zu. Nach den Choralkantaten folgten die größeren Psalmvertonungen, mit "Paulus" und "Elias" dann abendfüllende geistliche Oratorien.
Der "Elias" op. 70 ist sicher Mendelssohns reifstes und ausgeklügeltes geistliches Werk. Schon länger faszinierte ihn der Stoff, er selbst wünschte sich für seine Zeit einen solchen Propheten: "stark, eifrig, auch wohl bös und zornig und finster" - so Mendelssohn in einen Brief an den Textdichter Julius Schubring. Die Planung und erste Skizzen zu dem Werk zogen sich schon etwa 10 Jahre hin, bis ein Auftrag für das "Birmingham Triennial Music Festival" 1846 ihn das Werk vollenden ließ. Die Uraufführung in Birmingham am 26. August 1846 war eine Veranstaltung der Superlative. Erstmals in der Geschichte wurde ein Sonderzug zu einem Konzert eingesetzt, der 300 Hörer von London nach Birmingham brachte. Neben dem Elias bekam man an einem Abend noch Haydns Schöpfung und Sätze aus Beethovens "Missa solemnis" zu hören. Danach begehrte, so heißt es, das Publikum noch Zugaben…  
Heutzutage finden wir: das Werk spricht für sich selbst.
Es besteht aus zwei großen Teilen: Im ersten Teil wird der Prophet Elias als Kämpfer Gottes vorgestellt. Er verkündet dem ungläubigen Volk die Dürre und zeigt schließlich, dass nicht die Priester Baals sondern er Gottes Willen tut und Regen herbeiflehen kann. Im zweiten Teil sind nun die Rollen vertauscht: Diesmal verdammt das Volk, aufgehetzt von Königin Isebel, den Propheten und Elias muss fliehen.  Auf dem Berg Horeb begegnet er dem unsichtbaren Gott und wird wieder zum Streiter des Herrn. Schließlich fährt er in den Himmel auf und wird als Wegbereiter des Messias dargestellt.

Zu einer musikalischen Einführung in das Werk durch Marienkirchenkantor Torsten Wille sind alle Interessierten am Mittwoch, den 14. Oktober um 19.30 Uhr im Matthäus-Alber-Haus eingeladen.

Erleben sie Mendelssohns großartiges Oratorium am Sonntag, 25. 11., 19 Uhr, in der Marienkirche. Ausführende sind: Solisten, Kantorei der Marienkirche, Junges Ensemble (Einstudierung Michaela Frind) und die Württembergische Philharmonie Reutlingen. Die Leitung hat Torsten Wille.
Kartenverkauf: Konzertbüro, Marktplatz 14 (302-292), GEA-ServiceCenter am Burgplatz Reutlingen (302-210), Abendkasse ab 18 Uhr