Dekan Keinath predigt bei Ordination in der Marienkirche. Christus-Verkündigung ist Kernaufgabe des Pfarrdienstes

Gerahmt von Schuldekan Dr. Joachim Bayer (links) und Dekan Marcus Keinath (rechts), stehen die frisch ordinierten Pfarrerinnen und Pfarrer vor der Marienkirche (v.l.n.r.): Maximilian Jäckel, Christian Treiber, Eva Rathgeber und Jennifer Berger. © Foto: Kirchenbezirk Reutlingen

Vier Vikarinnen und Vikare aus dem Kirchenbezirk Reutlingen sind am Sonntag, 11. März, in der Marienkirche durch Dekan Marcus Keinath und Schuldekan Dr. Joachim Bayer ordiniert worden.
In seiner Predigt betonte Keinath, dass diejenigen, die sich in den Dienst der Verkündigung rufen lassen, »an Christi statt die Botschaft von der freien Gnade Gottes« auszurichten hätten. Trotz seiner Inhaftierung habe der Apostel Paulus diese Freiheit erlebt und bezeugt. Auch in der jüngeren Geschichte hätten Menschen wie Dietrich Bonhoeffer oder die Geschwister Scholl diese innere Freiheit bekundet.

»Wir sind frei in der Bindung an Christus«, betonte der Dekan. Diese Bindung bedeute, dass sich die Kirche nicht von weltlichen Führern beeinflussen lassen dürfe, wie dies auch die Bekennende Kirche in der Barmer Erklärung 1934 zum Ausdruck gebracht habe. Die Christusbotschaft sei tragend im Leben und im Sterben und mache deshalb frei zu beidem. »Diese Botschaft zu sagen und zu entfalten, das ist die Kernaufgabe des Pfarrdienstes«, gab Keinath den jungen Theologen mit auf den Weg.
Aus den Gemeinden, in denen die Vikare eingesetzt waren, wirkte außer den Ausbildungspfarrern jeweils ein Mitglied des Kirchengemeinderats am Gottesdienst mit. Die Kantorei der Marienkirche und der Posaunenchor Genkingen trugen neben der Orgel zu festlichen Gestaltung des gut besuchten Gottesdienstes bei.


INFO: Die Vikarinnen und Vikare (in alphabetischer Reihenfolge), ihre bisherigen und ihre neuen Wirkungsstätten:

Jennifer Berger hat bei Pfarrerin Waltraud Mohl in Sondelfingen den Pfarrdienst näher kennengelernt. Sie wechselt jetzt ins Rundfunkpfarramt und wird beim SWR-Jugendsender »Das Ding« die Sendung »Kreuz+Quer« betreuen. Parallel wird sie bis zum Ende des Schuljahres noch Religionsunterricht in Metzingen erteilen und dann zeitweise bei »Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste« in Jerusalem mitarbeiten.
Maximilian Jäckel hat sein Vikariat in der Neuen Marienkirchengemeinde bei Pfarrerin Sabine Großhennig gemacht. Er wechselt von der Reutlinger Innenstadt nach Rot an der Rot in Oberschwaben. Jäckel sagt zu seiner neuen Aufgabe: »An der Pfarrstelle reizt mich, nun selbst Verantwortung zu übernehmen und dabei Kirche zu gestalten.  Während bisher die Teamarbeit unter Pfarrern gefragt war, werde ich in der künftigen Gemeinde auf die Teamarbeit mit meinen Gemeindegliedern angewiesen sein.«
Eva Rathgeber, die in Genkingen bei Pfarrer Hansjörg Eberhardt Vikarin war, wird über die Kinderkircharbeit mit dem Kirchenbezirk Reutlingen verbunden bleiben. Sie wechselt nämlich zum Württembergischen Landesverband für Kindergottesdienst und wird dort sowohl bei den Arbeitshilfen wie bei den Schulungen und Fortbildungen für die Kinderkirchhelfer mitarbeiten. »Neue Ideen und Konzepte für die Kinderkirche« will sie bei ihrer künftigen Arbeit mitentwickeln.
Christian Treiber hat in der Reutlinger Auferstehungsgemeinde bei Pfarrer Bernd Küster seine Vikariatszeit absolviert und wird an seinem neuen Wirkungsort mit zwei Teilzeit-Dienstaufträgen klar kommen müssen. In Geislingen an der Steige ist er mit 50 Prozent als Pfarrer beim Dekan und mit 50 Prozent auf der Pfarrstelle Geislingen Nord eingesetzt. »Ich hoffe, meine Gaben gut einbringen zu können,« sagt er zu dieser neuen Herausforderung.

Autor: Jürgen Simon/ jsn