Hundert neue Plätze in der Kinderbetreuung

Evangelische Gemeinde steigt beim neuen Kinder- und Familienzentrum ein

Die evangelische Gesamtkirchengemeinde will das in Planung befindliche Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) an der Christophstraße betreiben. Das hat der Gesamtkirchengemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Bauherr ist die GWG, die Kirche wird das Haus nach Fertigstellung anmieten.
Mehr als 100 zusätzliche Plätze für die Kinderbetreuung soll das neue Zentrum bieten. Aufgeteilt in sechs Gruppen reicht das Angebot von 20 Krippenplätzen für Kinder unter drei Jahren über zwei Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten bis hin zu 40 Plätzen mit Ganztagesbetreuung. Außerdem übernimmt die Gesamtkirchengemeinde den Bereich Familienarbeit.
Die bisherigen Kindergartenplätze im Stadtteil Voller Brunnen mit den evangelischen Kindergärten Wiesstraße und Ententeich bleiben erhalten. Die Stadt übernimmt dort für fünf Jahre die Abmangelfinanzierung, dann wird der Bedarf erneut geprüft.
Da sich durch die neuen Gruppen insgesamt ein höherer Zuschussbedarf für die Kirchengemeinde ergibt, wird der bisher von der evangelischen Kirche betriebene zweigruppige Kindergarten Ganghoferstraße im Ringelbach mit Eröffnung des Kinder- und Familienzentrums Christopfstraße in städtische Trägerschaft übergeben.
Insgesamt betreibt die evangelische Kirche in Reutlingen derzeit 23 Gruppen zur Kinderbetreuung in 12 Einrichtungen. Neben den Elternbeiträgen und städtischen und staatlichen Zuschüssen muss die Kirche auch eigene Mittel aufwenden – im laufenden Haushaltsjahr rund 320 000 Euro. Auch für das Familienzentrum sind nochmals Eigenmittel erforderlich.
Simone Neu-Wagner, Fachliche Leiterin der Kindertageseinrichtungen und Martin Plümicke, Vorsitzender des Kindergartenausschusses der Gesamtkirchengemeinde, sprachen sich in der Sitzung deutlich dafür aus, die Trägerschaft des KiFaZ zu übernehmen, da es große Chancen biete sowohl für die Kinderbetreuung als auch für das Anwerben von Fachpersonal, dem die evangelische Kirche in Reutlingen bisher relativ wenig Vielfalt in den Betreuungssparten bieten konnte. Der Beschluss des Rates fiel daher bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen fast einstimmig.

Jürgen Simon