Reformationsjubiläum 2017

Hier finden Sie Informationen, Veranstaltungen und alles Weitere rund um das Thema Reformationsjubiläum 2017.

 

Eine Übersicht der Veranstaltungen finden Sie hier.

Der "Luther Schwabens": Matthäus Alber

Bildnachweis: Heimatmuseum Reutlingen, Fotografin: G. Trinkhaus

Das Reutlinger Heimatmuseum widmet Matthäus Alber eine Sonderausstellung: von 8.10 bis 11.2.2018 wird der „Luther Schwabens“ als Theologe, Reformator und Familienmensch sichtbar. Viele Briefe belegen, dass er als Ratgeber bei anderen Reformatoren hochgeschätzt war. Objekte aus Reutlingens vorreformatorischer Zeit - wie wertvolle Messgewänder - veranschaulichen den Umbruch vor 500 Jahren. Der authentische Ort der Ausstellung - der ehemalige Pfleghof des Klosters Königsbronn - gibt dieser Ausstellung einen würdigen Rahmen. 

Dekan Marcus Keinath zu 500 Jahre Reformation und der Sehnsucht nach Freiheit

Liebe Leserinnen, lieber Leser,
„… da ist Freiheit“ – ein solcher Hinweis macht neugierig. Wo denn und wie denn? Schon vor 500 Jahren zur Zeit der Reformation oder noch länger vor 2000 Jahren zu biblischen Zeiten empfanden Menschen die Sehnsucht nach Freiheit einerseits und die vielerlei Bedrohungen derselben andererseits. In diesem Jahr 2017 sind wir angesichts der weltpolitischen Lage und deutlich erkennbarer Gefährdungen einer freien Gesellschaft auch in unserem Land vielleicht wieder verstärkt aufmerksam für die Frage nach der Freiheit. In jedem Fall ruft uns das Reformationsjubiläum dieses Thema zentral in Erinnerung. Das biblische Leitwort „… da ist Freiheit“ (2. Kor 3,17) ist die Überschrift für das Reformationsgedenken in der evangelischen Landeskirche in Württemberg. Auch in der Region Reutlingen sind wir zu zahlreichen Veranstaltungen in diesem Zusammenhang herzlich eingeladen.
Dass wir im Glauben an den freiheitsliebenden Gott der Bibel ganz persönlich innere Freiheit erfahren dürfen, das war eine wesentliche Einsicht der reformatorischen Bewegung vor rund 500 Jahren. In seiner Schrift von der Freiheit eines Christenmenschen von 1520 hat Martin Luther zudem deutlich gemacht, dass innere Freiheit auch eine Voraussetzung dafür ist, dass man sich für andere einsetzen kann und soll. Die Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa formulierte deshalb im Vorfeld des Reformationsjubiläums: „Das Evangelium lässt aufatmen, vertreibt die Angst, schenkt neues Leben, macht frei, öffnet die Augen für die Not der anderen und vertreibt die Trauergeister.“ Dass wir diese Art von Freiheit, die begründet ist im Glauben an Jesus Christus, wieder neu erkennen und ins Gespräch bringen, das ist mein Wunsch für das Reformationsjubiläum 2017.
Wo der Geist Christi ist, da ist Freiheit. Dieser apostolische Hinweis macht sehr deutlich, dass es im Kern des Reformationsjubiläums um ein Christusfest gehen soll und wir uns deshalb ganz besonders freuen dürfen über alle ökumenische Zeichen in der Nachfolge Christi. Christinnen und Christen aller Konfessionen sind mehr denn je aufgefordert, miteinander Auskunft darüber zu geben, welche Hoffnung in ihnen steckt und von welcher Freiheit sie ermutigt werden. Insofern ist es den Verantwortlichen in den Kirchengemeinden unserer Region ein großes Anliegen, dass das Reformationsjubiläum geprägt wird von der Frage nach Christus und seiner Botschaft für uns heute.
Mit dem Symboldatum 31. Oktober 1517 verbindet sich ein Aufbruch in der Geschichte des Christentums und in der Freiheitsgeschichte der Neuzeit. Die Betonung der persönlichen Freiheit und der unmittelbaren Verantwortung vor Gott, verbunden mit dem Gedanken der Rechtfertigung vor Gott allein aus Glauben, war ein großer Fortschritt. Doch gab es in den vergangenen 500 Jahren Kirchengeschichte auch schmerzliche Blockaden und Rückschritte: unversöhnlicher Konfessionalismus, Antijudaismus, religiöser Fanatismus und anderes mehr. Das Reformationsgedenken 2017 ist deshalb nicht zuletzt auch Anlass, diese problematische Vergangenheit zu erinnern und vertrauensvoll in ein versöhnliches Licht zu rücken: „Christus ist unser Friede“ (Eph 2,14).
Das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation ist eine Einladung an uns alle sein, dem Hinweis des Apostels Paulus „…da ist Freiheit“ zu folgen und viele damit verbundene Aspekte neu in den Blick zu nehmen. Möge diese Beilage eine hilfreiche Orientierung sein und die Neugier auf die Vielfalt des Reformationsjubiläums in unserer Region wecken.  
Dekan Marcus Keinath              

"Reutlinger Reformationsakten online (1520 - 1555)

Abbildung

 

Reutlingen ist durch die Tätigkeit Matthäus Albers (1495-1570) als Prediger an der Marienkirche unauflöslich mit der Reformation verbunden und ist einer der ersten reformatorischen Orte in Südwestdeutschland.  Der Eid der Zünfte 1524 auf dem Marktplatz in Reutlingen ist zweifelsohne einer der Höhepunkte reformationsgeschichtlicher Ereignisse in der Stadt. 1530 gehörte sie zusammen mit Nürnberg zu den einzigen beiden Reichsstädten, die die Confessio Augustana unterschrieben und sich damit öffentlich zum Glauben der Augsburger Konfession bekannten.
 
Reformationsakten online (1520–1555)

Vor diesem Hintergrund ist anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 der Bestand der „Reutlinger Reformationsakten“ virtuell zusammengeführt und im Internet präsentiert. Die Dokumente stammen aus der die Reformation betreffenden Überlieferung des ehemaligen reichsstädtischen Archivs. 

www.reutlinger-reformationsakten.findbuch.net