Vorträge des Geschichtsvereins in Kooperation mit der Volkshochschule Reutlingen


Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit
Vorurteile, Faktoren und Bilanzen
Vor 350 Jahren fand der letzte Hexenprozess in Reutlingen statt. Aus diesem Anlass beleuchtet Anita Bindner am Beispiel der Reichsstadt und des Herzogtums Württemberg einige der vielschichtigen Ursachen und Anlässe für Hexenprozesse in unserer Region. Wer wurde als Hexe denunziert, angeklagt und verurteilt? Wer waren die geistigen Brandstifter, welche Interessen leiteten Bevölkerung und Obrigkeit und wer konnte Kritik an Hexenangst und Prozesswut üben? Wie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Erforschung der Hexenverfolgung nahelegen, können einfache Erklä-rungen kaum angeboten werden, vielmehr gilt es, sich mit jenen historischen Fakten auseinanderzusetzen, die den häufigsten Fehlinterpretationen unterworfen sind.
Die Referentin ist Archivleiterin, Redakteurin und Autorin am Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart und promoviert zur Hexenverfolgung im Herzogtum Württemberg.
Ge2026
Di, 25.04.2017, 20:00
Stadtbibliothek Reutlingen, Großes Studio
6,00 € (erm. 3,00 €)

Anita Bindner

Luther – und der Tod Gottes

Auch die Deutschen – so Karl Marx, einen Gedanken Hegels aufgreifend – vollbrachten eine Revolution, und deren geistiges Haupt war Luther. Denn dieser zerstörte den Glauben an die Autorität, indem er die Autorität des Glaubens einforderte. Luther gründete demnach nicht eigentlich eine neue Kirche, sondern er bestritt der bestehenden den Anspruch darauf, alleinige Vermittlerin zwischen Mensch und Gott zu sein. Der Mensch musste nicht zu Gott emporgehoben werden, da Gott Mensch geworden war, das Los des Menschen geteilt hatte. Damit aber stand nun ein neuer Gedanke im Zentrum des Glaubens: der Tod Gottes. Die Weiterführung dieses Gedankens in der Philosophiegeschichte und der neueren protestantischen Dogmatik (ausgehend von den letzten Aufzeichnungen Dietrich Bonhoeffers) sind Gegenstand dieser Veranstaltung. Auch die Darstellungen Luthers in der Literatur sollen dabei berührt werden.
Ph1070
Themenblock der Nachmittagsakademie Kunst- & Kulturgeschichte spezial
Di, ab 25.04.2017, 15:00-17:15, 6 x
Gartentorschule, Raum U03
73,00 €, ab 5 Teiln.  

Olaf Müller

Die Reformation: Ihr Einfluss auf Kunst, Kultur und Geisteshaltung
Mit dem Anschlag der 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg soll Martin Luther 1517 die Reformation endgültig losgetreten haben. Nach einem kurzen Überblick über das Gesamtgeschehen der Reformation und deren Folgen soll vor allem auf ihren Einfluss auf die Kunst und Kultur sowie die Geisteshaltung der damaligen Zeit eingegangen werden.
Kg2350
Themenblock der Nachmittagsakademie Kunst- & Kulturgeschichte spezial
Fr, ab 28.04.2017, 15:00-17:15, 2 x
vhsrt-Atelier, Raum 111
30,00 €, ab 9 Teiln.  

Verena Gumz


Luther in Worms
Auf dem Reichstag 1521 weigerte sich Martin Luther seine Schriften zu widerrufen. Damit begann ein neuer Abschnitt der reformatorischen Bewegung, die auch die Stadt Worms in besonderer Weise mit dem Geschehen verbindet. Im Jahr des Reformationsjubiläums entsteht in Worms in einer einzigartigen Inszenierung für kurze Zeit der ehemalige Bischofshof neu: der Ort, an dem Luther vor Kaiser und Reich stand, treu an seiner Gewissensüberzeugung festhaltend. Auf unserem Rundgang durch Worms am Vormittag wird von den Zeitumständen und Luthers Aufenthalt in der Stadt berichtet. Am Nachmittag besichtigen wir den Kaiserdom, das Lutherdenkmal und die jüdische Synagoge.
Sf2719
Sa, 20.05.2017
Abfahrt: 06:30 Großengstingen, 07:00 Reutlingen, 07:15 Tübingen (Rückkehr ca. 20:30)
52,00 € (inkl. Führungen)

Leitung: Eberhard Zacher
Anmeldeschluss: 03.04.2017

Augsburg
eine Stadt der Reformation

In Augsburg spielten Schlüsselszenen der Reformation. Hier trugen die Protestanten mit der Confessio Augustana 1530 ihr Bekenntnis dem Kaiser vor und hier wurde 1555 mit dem Augsburger Religionsfrieden die Grundlage für eine friedliche Koexistenz der Konfessionen geschaffen. Auch Luther weilte in der Stadt. Ein Rundgang zur Reformation am Vormittag führt zunächst ins ehemalige Karmeliterkloster St. Anna, wo Luther während seines Verhörs durch Kardinal Cajetan 1518 gastierte. Dieses Verhör fand vermutlich im Fuggerhaus statt, einem beeindruckenden Bau, in dem auch der Kaiser öfters wohnte. Ein Ort der Reformation war auch seit 1524 die Barfüsserkirche, wo der Geist Zwinglis wirkte. Von hier geht es dann zum Fronhof, dem damaligen Bischofspalast, in dem die von Melanchthon verfasste Confessio Augustana dem Kaiser auf Deutsch vorgetragen wurde. Der Rundgang endet wieder bei St. Anna und dem Aufgang zur Lutherstiege (mit Museum über die Reformationsgeschichte). Auf einem Rundgang am Nachmittag besichtigen wir die Fuggerei, das Rathaus mit dem Goldenen Saal (wenn möglich) und den Hohen Dom.
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Sa, 03.06.2017
Abfahrt: 06:45 Großengstingen, 07:15 Reutlingen, 07:30 Tübingen (Rückkehr ca. 20:00)
55,00 € (inkl. Führungen, Eintritte)

Leitung: Eberhard Zacher
Anmeldeschluss: 18.04.2017


Johannes Brenz
und die Reformation

in Schwäbisch Hall mit Theaterstück auf der Freitreppe
Wohl keiner bewirkte so viele Veränderungen in der Stadt wie Johannes Brenz. Der Reformator war Luthers Mann im Süden und wurde wegen seines juristischen Fachwissens und seinen Vermittlungskünsten von vielen um Rat gefragt. Eine Stadtführerin in historischem Gewand nimmt uns mit in die Zeit der Reformation. Margarethe Brenz heiratete als Witwe eines Ratsherrn den Reformator und wurde in aufregende Ereignisse verwickelt.
Bärbel Haug, Richard Haug und Thomas Becker führen durch die Kirche St. Michael (eine der Hauptsehenswürdigkeiten) geben Einblicke in das Leben und Wirken des Ehepaars Brenz. Möglich ist auch ein Besuch in der Johanniterkirche, wo u. a. Bilder von Lucas Cranach d. Ä., Maler in Wittenberg und Freund Martin Luthers zu sehen sind. Zum Abschluss des Tages besuchen wir als weiteres Highlight das Theaterstück "Brenz 1548" auf der 53-stufigen Freitreppe vor St. Michael.
In Zusammenarbeit mit der Ev. Bildung. Bärbel Haug war über viele Jahre in Hall als Lehrerin tätig, Richard Haug als evangelischer Dekan.
Sf2707
Sa, 24.06.2017
Abfahrt: 09:45 Tübingen, 10:00 Reutlingen (Rückkehr ca. 1:00)
49,00 € plus Karten Theaterstück 38,35, 32,95, 27,55, 22,15 €
Leitung: Thomas Becker, Bärbel und
Richard Haug

Anmeldeschluss: 03.04.2017 (wegen Karten)

Die Päpste
REM Mannheim

Teil 1
Die Ausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ präsentiert anhand von rund 330 außergewöhnlichen Kunst- und Kulturschätzen die spannende Geschichte des Papsttums von seinen Ursprüngen in der Antike, der Machtentfaltung des Amtes seit dem frühen Mittelalter bis hin zu den Prachtentfaltungen der Renaissancepäpste im 15. und 16. Jh. Die Leihgaben stammen aus den einzigartigen Beständen des Vatikans und anderer bekannter Museen und Sammlungen. Teil 2 beschäftigt sich dann mit der Reformation. In der Ausstellung „Kernräume der Reformation“ im REM stehen wichtige Persönlichkeiten wie Melanchthon, Calvin u. a. und ihr Einfluss auf Territorien und Städte im Mittelpunkt.
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Sa, 15.07.2017
Abfahrt: 07:15 Großengstingen, 07:45 Reutlingen, 08:00 Tübingen (Rückkehr ca. 20:00)
49,00 € (inkl. Führung)
plus Eintritt 12,50 €

Leitung: Eberhard Zacher
Anmeldeschluss: 01.06.2017

Kernräume der Reformation
Der Südwesten und Europa
REM Mannheim

Teil 2
In der Schau zeugen namhafte Ak-teure des 16. Jhds. wie Philipp Melanchton, Johannes Calvin oder Martin Bucer von der Vielfältigkeit der reformatorischen Wege im konfessionellen Zeitalter. Sie und viele andere haben in den Reichsstädten des Südwestens wirksame Impulse bis in die Gegenwarte gegeben.
Sf2721
Sa, 18.11.2017
Abfahrt: 07:15 Großengstingen, 07:45 Reutlingen, 08:00 Tübingen (Rückkehr ca. 20:00)
49,00 € (inkl. Führung)
plus Eintritt 4,00 €

Leitung: Eberhard Zacher


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