MUT

Manchmal brauchen wir in unserem Leben einfach MUT, um Situationen zu bewältigen, die herausfordernd sind. In der Bibel findet sich im 2. Timotheusbrief ein Satz, der um diese Herausforderungen weiss: „Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“. Es gibt tatsächlich die Furcht oder die Angst vor so manchem in unserem Leben, das blendet der Bibeltext nicht aus. Aber es gibt eben auch in uns Menschen die Kraft, besonnen und liebevoll mit sich selbst und mit anderen umzugehen. Das ist erMUTigend. Mir kam dieser Vers in den Sinn, als ich Mitte September die Ergebnisse des sogenannten „Integrationsbarometers“ las. Es mag angesichts der politisch manchmal so aggressiv geführten Debatten erstaunlich scheinen: Die große Mehrheit der Deutschen empfindet Migration insgesamt aber als Bereicherung und zeigt Besonnenheit. Schade, dass all diese pragmatischen Menschen so wenig in der Öffentlichkeit erscheinen – denn sie sind es, die dafür sorgen, dass Integration in unserem Land größtenteils gut gelingt. Weil sie besonnen bleiben, sich nicht erschrecken lassen und Probleme nicht medial inszenieren, sondern konstruktiv nach Lösungen suchen. Die Mehrheit der Menschen in unserem Land scheint zu spüren, dass die Rhetorik mancher politischen Strömungen, mit der Menschen herabgesetzt und diskriminiert werden – egal, ob das nun Flüchtlinge, Menschen mit Behinderung, sozial Schwache oder Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben – dass genau diese Rhetorik auch etwas mit uns selbst macht: Wenn wir andere herabsetzen oder schmähen, dann verändert das auch unseren eigenen Wesenskern, macht uns unzufrieden und zerstört das Liebevolle und Freundliche in uns. Wir brauchen in unserer Welt heute zunehmend Menschen, die davon erzählen, warum sie sich nicht beirren lassen und neben den Geist der Furcht immer wieder Gedanken der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit stellen. Wir brauchen die Klarheit, dass auch unser eigenes Leben nur gelingen kann, wenn wir anderen auf gleicher Augenhöhe begegnen. Die Kampagne MUT, die von der Liga der freien Wohlfahrtspflege hier in Reutlingen ins Leben gerufen wurde, steht für die Worte MENSCHLICHKEIT und TOLERANZ gibt den Menschen ein Gesicht, die sich pragmatisch und zuversichtlich für eine Gesellschaft auf gleicher Augenhöhe einsetzen. Die Kampagne hat zum Ziel deutlich zu machen, was auch die Ergebnisse des Integrationsbarometers zeigen: Es sind viele, es ist die Mehrheit, die mit einem bunten und vielfältigen Deutschland gut leben kann. Es ist gut dem Ausdruck zu verleihen. Vielleicht möchten Sie sich ja im Laufe des Wochenendes auch eintragen ? www.mut-rt.de

Ines Fischer, Asylpfarramt Reutlingen